Opa Josephs Arbeitsplatz (bis 1989)

Fotos von 2003 (stillgelegt seit 1991, heute evt. abgerissen):

QUELLE

Rudolf Harlaß (* 31. August 1892 in Kappel bei Chemnitz; † 6. Dezember 1944 in Chemnitz) war ein KPD-Funktionär und antifaschistischer Widerstandskämpfer. (wikipedia)

VEB Gießereikombinat „Rudolf Harlaß“, Karl-Marx-Stadt/ Flender Guß GmbH

Die Chemnitzer Wirtschaft war über ein Jahrhundert durch die Textil- sowie Maschinenbauindustrie geprägt. Besondere Bedeutung erlangten dabei die zahlreich in Chemnitz ansässigen Gießereien. Große Betriebe wie z.B. die ERMAFA, die Wanderer-Werke oder die Sächs. Maschinenfabrik (SMF) verfügten über eigene Gießereien. 1950 wurden die bis dahin noch existierenden Gießereien im VEB Gießereikombinat „Rudolf Harlaß“ zusammengeschlossen. Das fortan als Werk 1 bezeichnete Hauptwerk an der Zwickauer Straße war ursprünglich die Gießerei der Firma Esche. Nach mehrmaligem Eigentümerwechsel wurde das Werk Anfang der 30er Jahre stillgelegt und erst im Zuge der Kriegsproduktion 1941 reaktiviert und zur damals modernsten Gießerei Europas ausgebaut. Nachdem Krieg wurde die Gießerei nach Beseitigung von Kriegsschäden bis 1982 als Werk I des Kombinates betrieben. Das Gelände steht mittlerweile unter Denkmalschutz und ist für die Unterbringung des Chemnitzer Industriemuseums vorgesehen. Ein Gleisanschluß war an den Bf. Karl-Marx-Stadt – Kappel gegeben, auf dem vmtl. eigene Werkloks zum Einsatz kamen. Das Werk II an der Werner-Seelenbinder Straße ging aus den Anlagen der ehemaligen Seidelschen Gießerei hervor und war auf Großguß spezialisiert. Am 31.12.1991 fand hier der letzte Guß statt. Das nunmehr stillgelegte Werk war an die Hauptanschlußbahn des VEB Rohr- und Kaltwalzwerk angeschlossen und wurde von Loks der DR vom Bf. Chemnitz-Süd aus bedient. Die Ausbildungsgießerei des Kombinates befand sich in den Gebäuden der vormaligen Richter´schen Gießerei in der Annaberger Straße. Nach dem letzten Abstich des Kupolofen am 15.7.1987 wurde die Gießerei stillgelegt und dient heute als Domizil des Chemnitzer Industriemuseums.

Nach dem die Qualitäts- und Quantitätsanforderungen der Kunden nicht mehr erfüllt werden konnten, wurde der Neubau einer neuen Graugußgießerei erforderlich. Als Standort wurde der Ort Hartmannsdorf vor den Toren von Chemnitz gewählt. Generalunternehmer für die Errichtung der Werksanlagen war der „VEB RAWEMA“, der auch die beiden ersten Werkloks für die Gießerei beschaffte. 1979 ging der erste Bauabschnitt der Gießerei in Betrieb, der weitere Ausbau war bis 1983 abgeschlossen. Nach der Wende firmierte das Werk ab Mai 1990 unter „Harlaßguß GmbH“, bevor es im Januar 1992 von der im münsterländischen Bocholt ansässigen Firma „A. Friedrich Flender AG“ übernommen wurde. Seither produziert das Werk unter dem Namen „Flender-Guß GmbH“. Hier im Werk Wittgensdorf wurde die Gußerzeugung von diversen deutschen Standorten konzentriert. Die heutige Werkbahn der Flender-Gießerei geht hervor aus den Anlagen der Harlaß-Gießerei. Die eigene Anschlußbahn ging 1981 mitsamt Lokomotiven und Personal auf den VEB Minol über, mit dem eine Anschlußbahngemeinschaft gebildet wurde. Die Gießerei erhielt im Empfang Formsand, Hilfsstoffe, Kohle- und Öltransporte für das Heizwerk, während die fertigen Gußstücke das Werk überwiegend auf der Schiene verließen. Seit 1996 wird das heutige Flenderwerk noch gelegentlich von der DB bedient, nachdem die Anschlußbahn mit eigener Betriebsführung im Tanklager stillgelegt wurde.

QUELLE

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