Archive für den Monat: November, 2011

„Deutschland, einig Vaterland“

Nachdem die DDR auch öffentlich von der Wiedervereinigung Deutschlands abgerückt war, wurde der Text der Nationalhymne unbequem. So entgegnete Willy Brandt 1972 zum Beispiel gegenüber Willi Stoph auf dessen Aussage, es gebe zwei deutsche Staaten, mit Bezug auf die erste Strophe, in der es heißt Deutschland, einig Vaterland: „Sie selbst singen doch in Ihrer Hymne von Deutschland, einig Vaterland.“ Ungefähr zu dieser Zeit verschwand der Text aus der Öffentlichkeit, die Hymne wurde nur noch instrumental aufgeführt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Auferstanden_aus_Ruinen

Als zB monatliche Serie 1 Comic, kreativer Prozess in Öffentlichkeit holen.

http://www.ddr-fotografie-riemann.de/

Eine junge Familie in den 1980igern in Deutschland. Der Vater arbeitet als ‚Schlosser‘, die Mutter ist Hausfrau und erzieht ihre zweijährige Tochter und den dreijährigen Sohn. Sie genießen die heimatliche Natur und die regelmäßigen Besuche der (Groß-)Eltern. Doch ein Jahr später befindet sich die vierköpfige Familie in einem Zug und 4 Koffern mit dem Ziel: Aufnahmelager und der Gewissheit dass sie ihre (Groß-)Eltern und ihre Heimat niemals wiedersehen dürfen. Kurz vor dem Ziel, an der innerdeutschen Grenze, müssen sie um ihr Leben fürchten. Doch es war ihre Entscheidung in diesen Zug zu steigen.

Dies ist die Geschichte meiner Eltern und die vom Ende der DDR.

28.10.2011

http://www.welt.de/politik/article2339772/DDR-Unterhaendler-Wolfgang-Vogel-gestorben.html

In den letzten DDR-Jahren machten zahlreiche Ausreisewillige ihren Ausreiseantrag unter anderem durch weiße Bänder an den Autoantennen öffentlich. Dies führte bisweilen zu Verfolgungen wegen „unerlaubter Standartenführung“ durch die Volkspolizei. In Anlehnung daran nannte sich 1983 eine Jenaer Gruppe von Ausreisewilligen, die ihr Anliegen öffentlich machen wollten, Weißer Kreis.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ausreiseantrag

Die Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 fußten zum Teil auf den Aktivitäten der Ausreisewilligen.

Bis 1989 zahlte die Bundesrepublik Deutschland für 250.000 Personen, die die DDR mit einer Ausreisegenehmigung verlassen durften.

Aus der DDR reisten von 1961 bis 1988 etwa 383.000 Menschen legal aus. Im selben Zeitraum verließen etwa 222.000 Menschen anderweitig die DDR:

  • eher wenige durch Flucht über die deutsch-deutsche Grenze,
  • viele durch Freikauf aus dem Gefängnis,
  • die meisten, indem sie von einer genehmigten Reise nicht zurückkehrten

Nach Statistiken der ZKG stellten von 1977 bis Mitte 1989 etwa 316.000 DDR-Bürger einen Erstantrag auf Ausreise, von denen knapp 93.000 diesen wieder zurücknahmen.[1]

Onkel Michael (und auch meine Eltern) beruft sich in seinen Anträgen auf folgendes Event. Die Schlussakte wurde im SED-Organ Neues Deutschland vom 2./3.August 1975 abgedruckt.

Die Konferenz war von einem Tauschgeschäft geprägt: Für den Ostblock brachte sie die Anerkennung der Grenzen der Nachkriegsordnung und einen stärkeren wirtschaftlichen Austausch mit dem Westen. Im Gegenzug machte der Osten Zugeständnisse bei den Menschenrechten.

Unmittelbar nach der Konferenz galt in den Augen vieler Beobachter der Ostblock als eigentlicher Gewinner der Konferenz, da erstmals die Grenzen der osteuropäischen Staaten (insbesondere Polens und der DDR) in einem internationalen Vertrag anerkannt wurden, das Prinzip der „Nichteinmischung“ in die inneren Angelegenheiten festgeschrieben und auch die Grundlagen für (vom RGW-Raum gewünschte) Wirtschaftsbeziehungen geschaffen wurden.

Erst später zeigte sich, dass der sich mit den Menschenrechten befassende Teil (Korb 3) ein größeres Gewicht besaß, der von den RGW-Staaten wohl zunächst nicht ernst genommen worden war. Er war Grundlage für die Arbeit vieler osteuropäischer Dissidenten und Menschenrechtsorganisationen. Dazu zählen zum Beispiel die Bürgerrechtsbewegung in der DDR, die Charta 77 in der ČSSR oder Human Rights Watch, die sich auf die Akte von Helsinki beriefen. Sie trugen zum Zusammenbruch des Ostblocks bei, so dass die KSZE maßgeblich zum Ende des Ost-West-Konflikts beitrug.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_%C3%BCber_Sicherheit_und_Zusammenarbeit_in_Europa

1975: Die Gespräche Schmidt-Honecker auf dem KSZE-Gipfeltreffen in Helsinki:

http://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/01370/index.html.de

… Für die innere Entwicklung der DDR sah man in diesem Vertragsabschnitt keine Gefahr. Daher wurde der Vertragstext von Helsinki auch im SED-Organ „Neues Deutschland“ in voller Länge veröffentlicht und konnte somit von allen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern gelesen werden. …

http://ssc-schule.blogspot.com/2010/01/ddr-ksze-schlussakte-von-helsinki-1975.html

Lothar de Maizière hat als Rechtsanwalt in der DDR auch Oppositionelle verteidigt. Er riet seinen Mandanten, sich vor Gericht auf die KSZE-Schlussakte zu berufen, obwohl die DDR die Regelungen über die Menschenrechte nie vollständig in nationales Recht umgesetzt hat. Er meint der KSZE-Prozess habe den Sturz der kommunistischen Regime beschleunigt, da er ihre Verlogenheit offenbarte.

Lothar de Maizière: „Das Ende des Ostblocks wäre ohne den KSZE-Prozess nicht denkbar.“

Somit erfüllte sich tatsächlich, was der DDR-Außenminister in Anlehnung an ein Zitat von Walter Ulbricht in Helsinki gefürchtet hatte. Er hatte seinen Staatschef Erich Honecker gesagt: Die Vereinbarungen brächten die Konterrevolution auf Filzlatschen.

http://ultimateheroswelt.blog.de/2007/08/01/1_august_1975_ksze_schlussakte_von_helsi~2740196/

weitere Infos:
http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/69039/35-jahre-helsinki-schlussakte-30-07-2010
http://www.dw.de/die-schlussakte-von-helsinki-1-august-1975/a-3990602