Archive für Kategorie: DDR Fotos

Ein exemplarisches Tagebuch der Wendezeit (Mai 89 bis Oktober 91) multimedial durch das DDR Museum Berlin aufbereitet:
https://www.google.com/culturalinstitute/exhibit/wendejahre/gQD0zxxl?hl=de&position=0%2C-1

http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/fs-stasi-secret-rooms-staatssicherheit

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© Daniel & Geo Fuchs

Sz 3B

http://www.wolframkastl.com/content/info_wenn_du_nicht_willst_zwingen_wir_dich.html

Artikel, Fotos, Zeitzeugen

 

http://www.tagesspiegel.de/berlin/stasi-gedenkstaette-aufklaerer-mit-kommandoton/244820.html

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/meine_geschichte_haeftling_der_stasi/224766

http://www.bstu.bund.de/DE/BundesbeauftragteUndBehoerde/Aktuelles/2012_01_11_Eroeffnung_Haus1.html

http://www.kas.de/bremen/de/publications/23199/

Sz 3 (Erdbeeren)

DDR Kastenwagen (und gepflasterte Straße)

blauer Kastenwagen: B 1000, Baujahr 1961 – 1988
(und weitere Modelle)

Bei allen Wahlen fanden die Wahlberechtigten nur eine Einheitsliste mit Kandidaten der Parteien und Massenorganisationen vor, die in der Nationalen Front zusammengebunden waren. Die Möglichkeit zur Wahl einzelner Personen oder Parteien bestand nicht. Für die auf eine reine Bestätigungsfunktion der Herrschenden angelegten Wahlen wurden die Wahlberechtigten aufwendig mobilisiert und in den Kollektiven, denen sie angehörten, mit einigem Nachdruck zur Teilnahme motiviert bzw. genötigt. Der individuelle Wahlvorgang selbst wurde üblicherweise ohne jeden Aufwand und nicht geheim durchgeführt: Die meisten Wähler verzichteten – unter aufmerksamer Beobachtung stehend – darauf, die im hinteren Teil des Wahllokals aufgestellten Wahlkabinen zu benutzen, sondern falteten lediglich ihren Zettel mit der Einheitsliste und warfen ihn in die Urne. Schon bei der ersten Volkskammerwahl 1950 kam es zu den dann in dieser Größenordnung üblich gewordenen Ergebnissen: 98 Prozent Wahlbeteiligung und 99,7 Prozent Zustimmung.

quelle: wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik#Verfassung_und_Wahlen

Falten gehen

Zettelfalten für die Einheitsliste
DDR: Die Volkskammer
Von Wählen kann bei den Volkskammerwahlen gar keine Rede sein: Ein gefalteter Zettel gilt in der „Demokratie ohne Gegenstimmen” bereits als „Ja”-Stimme für die SED und die Einheitsliste mit den Blockparteien. Doch während der friedlichen Revolution im Herbst 1989 schlägt auch die Volkskammer neue Töne an.

Zettel gefaltet, reingeworfen, interessiert mich nicht. Auf diese Formel bringt ein junger Mann die Kommunalwahl in der DDR im Mai 1989. Er hat getan, was die „Demokratie ohne Gegenstimmen” erwartet, braucht keine Querelen am Arbeitsplatz zu fürchten, keine bösen Blicke der Kollegen. Das Ergebnis steht vorher fest, es ist ungefähr das gleiche wie bei den vierjährig stattfindenden Wahlen zur Volkskammer: 99 Prozent Wahlbeteiligung, fast 99 Prozent Ja-Stimmen. Wahlkabinen sind Staffage, ein gefalteter Zettel gilt als „Ja” zur Einheitsliste. „Falten gehen” nennen es die Menschen spöttisch. Parteien und Massenorganisationen sind im Wahlblock hinter der SED als „führende Kraft der Arbeiterklasse” vereint, erhalten Parlamentssitze nach festem Schlüssel, stimmen so ab, wie die SED es will. Der Volksmund nennt sie „Blockflöten”. Die so bestimmten Abgeordneten heben brav die Hand, in Debatten loben sie die Regierung. Nur zweimal im Jahr tagt die Volkskammer. Als die DDR die Abtreibung freigab, stimmten ein einziges Mal acht Abgeordnete der DDR-CDU mit „Nein”.

Die Herrschenden wollen, dass alle wählen. So können die Bürger mit Eingaben drohen, wegen Missständen nicht zur Wahl zu gehen: Es gibt keine Fernsehröhre, die Wohnung ist zu klein, vor dem Haus ein Dreckhaufen. Dann geschehen kleine Wunder. Die Wünsche werden unauffällig erfüllt. Dass die DDR Wahlen fälscht, beweisen 1989 kirchliche Gruppen. Sie zählen offiziell verkündete Ergebnisse in Wahllokalen zusammen: Es gibt viel mehr Wähler und Nein-Stimmen als amtlich für einen Ort verkündet.

Neue Töne schlägt die Volkskammer nach dem Mauerfall an. Am 13. November 1989 melden sich zur „Lage der DDR” fünfzig Redner, auch der greise Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke. Sein denkwürdiger Satz „Ich liebe doch alle, … alle Menschen” sorgt bei den Abgeordneten für Kopfschütteln und Gelächter. Nur wenige Wochen zuvor wäre ein solcher Auftritt undenkbar gewesen. Zu einer Art demokratischem Vorparlament wird der Runde Tisch mit neuen und alten Parteien. Der Runde Tisch versteht sich als Kontrolle, verleiht dem neuen Ministerpräsidenten Hans Modrow (SED/PDS) etwas Legitimität.

Am 18. März 1990 wählen die Menchen in der DDR ein freies Parlament. Eine Rentnerin kommentiert vor dem Wahllokal: „Ich bin Erstwählerin.” Die Allianz für Deutschland, ein Bündnis aus der gewandelten Blockpartei CDU und den neuen Parteien DSU und Demokratischer Aufbruch, erhält 48 Prozent der Stimmen. Eine Koalition der Allianz, der SPD und Liberalen wählt Lothar de Maizière (CDU) zum Regierungschef. Diese Volkskammer, die jetzt fast täglich und manchmal bis in die frühen Morgenstunden tagt, beschließt am 21. Juni die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland stimmen am 23. August 294 Abgeordnete zu, 62 nicht. Das Ende DDR ist am 3. Oktober um 0.00 Uhr besiegelt. Und mit ihm das Ende der Volkskammer.

Text: Karl-Heinz Baum
Erschienen am 2. Oktober 2009

http://www.bundestag.de/blickpunkt/110_Einblicke-Ausblicke/0905/0905028.htm

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Proteste gegen den Wahlbetrug

Was nur wenige DDR-Bürger wissen: Eine Nein-Stimme, also eine Ablehnung des Wahlvorschlags, wird nur dann anerkannt, wenn der Wähler auf der Liste jeden einzelnen Namen säuberlich durchstreicht. Jede Abweichung von dieser äußeren Form macht den Stimmzettel ungültig.

Zwar ist in jedem Wahlbüro eine Wahlkabine aufgebaut, doch werden die Bürger, die die Kabine benutzen, von den bestellten linientreuen Wahlhelfern registriert: In einem sozialistischen Staat hat in ihren Augen ein rechtschaffener Mensch nichts zu verbergen.

Es gibt die ungeschriebene Verpflichtung, an der Wahl teilzunehmen, und die Wahlbeteiligung der DDR-Bevölkerung liegt auch ohne die unmittelbare Anwendung von Druckmitteln bei weit über 90 Prozent. Wer jedoch bis 16 Uhr nicht ins Wahllokal kommt, muss damit rechnen, dass ihn Wahlhelfer zu Hause aufsuchen, um die fehlende Stimme abzuholen. Die Wahlkreise konkurrieren untereinander um die höchste Zustimmungsrate. 99 Prozent sollen es am besten sein – und so muss hier und da manipuliert werden.

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http://www.jugendopposition.de/index.php?id=209

FOTOGALERIE

Das „offene Bekenntnis zum Sozialismus“ war ganz wörtlich gemeint. Die Benutzung von Wahlkabinen war in der DDR zwar nicht verboten – wer sie aufsuchte, wurde allerdings von der Stasi registriert.

http://einestages.spiegel.de/static/entry/_stell_dir_vor_es_ist_wahl_und_keiner_geht_hin/29929/ddr_wahlwerbung.html?o=position-ASCENDING&s=7&r=1&a=4066&c=1

Artikel + Videobeitrag

http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel86484_dosArt-artikel86626_zc-4f6d8a88.html

einige videos im Rundfunkarchiv + Artikel:

http://1989.dra.de/themendossiers/politik/kommunalwahl.html

http://www.ddr-fotografie-riemann.de/