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Die Arbeit an meinem Buch ist abgeschlossen:  ‚Fortmachen‘ ist jetzt im Buchhandel und bei Edition Moderne versandkostenfrei erhältlich!

ISBN 978-3-03731-164-6
184 Seiten, farbig, 16 x 23, Klappenbroschur
EUR 24,80

Nils Knoblich, Jahrgang 1984, erzählt – basierend auf den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern – wie seiner Familie nach Jahren voller zermürbender Kämpfe die Reise von Deutschland nach Deutschland gelingt. Drei Monate später fällt die Mauer.

Kritik von Andreas Platthaus / FAZ:
Jede Familie war auf ihre Weise mutig

Fortmachen Bild-und Textmaterial / Presse-Paket:
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Anmerkungen des Autors / Nils Knoblich:

Über das Projekt

Ich bin 1984 in der ehemaligen DDR geboren. Im Sommer 1989 siedelten meine Eltern mit mir und meiner Schwester in den Westen über. Der Mauerfall war zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar.
Das vorliegende dokumentarisch-biografische Comicprojekt „Fortmachen“ beginnt mit einer frühen Kindheitserinnerung. Nach einem Gespräch mit meinen Eltern über die Lebensumstände in der DDR wird mir klar, dass meine Eltern in meinem Alter waren, als sie „fortmachten“. Ich beschließe meine Familie zu interviewen und nachzuforschen, warum meine Eltern ihre Heimat für immer verlassen wollten.

Kurze Episoden, die in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen, erzählen von
unseren letzten Jahren in der DDR. Nachdem mein Onkel als Erster die DDR verlässt,
versuchen wir den Kontakt zu ihm in den Westen zu halten. Doch die Lebensumstände wie die schlechte Versorgungslage, das propagandistische Bildungssystem, die eingeschränkte Reisefreiheit und die Überwachung der Kommunikation lassen meine Eltern immer mehr am System DDR zweifeln. Bei einem Ausflug nach Berlin sehen sie aufdem Fernsehturm mit eigenen Augen, dass sie im Osten eingesperrt sind. Sie beschließen endgültig einen Antrag auf ständige Ausreise zu stellen.

Als „Ausreisewillige“ bekommen wir die Schikanen des DDR-Regimes zu spüren. Nach großen Kraftanstrengungen kommen wir im Sommer 1989 endlich im Westen an. Als am 9. November 1989 die Mauer fällt, trifft dies meine Eltern völlig unvorbereitet als Schock.

Motivation

Mit meinem Comic möchte ich zur Aufarbeitung der jungen deutsch-deutschen Geschichte beitragen. Eine Aufarbeitung, die die verklärenden Strategien der sogenannten „Ostalgie“ vermeidet, hat noch nicht ausreichend stattgefunden. Nach über 25 Jahren nach dem Mauerfall, kann es die Aufgabe meiner Generation – den Wendekindern – sein, die Geschichte aus einer anderen Perspektive zu schildern: als eine unsentimentale Auseinandersetzung mit dem sozialistisch-geprägten Alltag in der DDR und den Methoden und Instrumenten der Zersetzung und Überwachung durch die Stasi.

Das Thema Überwachung hat seit den Veröffentlichungen von Whistleblower Edward Snowden an Bedeutung gewonnen. Mit der Diskussion um Geheimdienstpraktiken und Verfassungs- und Bürgerechte in Deutschland gewinnt für mich die Thematisierung von DDR-Vergangenheit an Aktualität. In meiner Graphic Novel „Fortmachen“, weise ich im Epilog auf Parallelen und Größenverhältnisse der vergangenen und aktuellen Spähangriffe in der deutschen Geschichte hin. Für mich ist ein neuer drohender Überwachungsstaat ein Worst-Case-Szenario, von dem ich bislang annahm, dass Deutschland dies hinter sich gelassen hat. Es gilt aus der Vergangenheit Schlüsse zu ziehen, Datenschutz und Bürgerrechte zu wahren und ein Bewusstsein in Gesellschaft und Politik zu schärfen. Es ist mir ein großes persönliches Anliegen mit meinem Buch zur Debatte beizutragen.

Lesetour

Während der Arbeit an diesem Buch entstanden viele Gespräche mit Freunden und
Außenstehenden, die mir von ihren DDR-Erlebnissen erzählten. Ich traf Wessis, die mir ihre Ost-Berlin-Anekdoten schilderten und Ossis, die über abenteuerliche Wege in den Westen flüchteten. Genauso interessierten mich die Geschichten von Ossis, die in der DDR blieben. Litten sie nicht unter den Umständen wie sie meine Eltern erlebten? Waren die Dagebliebenen schlicht unpolitisch oder gar in den Staat involviert? In einem aktuellen Interview von Jakob Augstein mit Egon Krenz, erzählt Krenz es gäbe so viele Meinungen über die DDR wie es DDR-Bürger gab.
In den nächsten Monaten werde ich in einige Städte reisen, um dort Comiclesungen aus meinem Buch zu veranstalten. Ich freue mich auf die Diskussionen, Anekdoten und Antworten, zu den vielen Fragen, die ich noch immer zum Leben in der DDR und der Zeit nach der Wende bis heute habe.

Nils Knoblich
Juli 2017

Zum Artikel: Die ersten Skizzen (2011)

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Welt: Günter Schabowski, 85

Stasi still in charge of Stasi (de+eng)

„Zirka jeder 50. DDR-Bürger hat mit der Stasi kollaboriert, was möglicherweise die höchste Durchdringungsrate einer Gesellschaft durch einen Sicherheitsapparat darstellt. “

Bildschirmfoto 2015-12-30 um 17.18.39

schwerter

Schwerter zu Pflugscharen – die Kirche und die Friedliche Revolution

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen

Der Bahnstreik ist ein gesellschaftlicher Großkonflikt, der an wesentlichen Stellen von Ostdeutschen verhandelt wird. Wie steht es eigentlich um das Bild des öffentlichen Ossis? Drei Annäherungsversuche:

Der Ossi als Feindbild – Claus Weselsky

Der Ossi als Versöhner – Matthias Platzeck

Der Ossi als Weltenretter – Bodo Ramelow

http://www.zeit.de/2015/22/bahnstreik-ramelow-platzeck-weselsky-ostdeutsche/komplettansicht

http://www.freiepresse.de/POLITIK/DEUTSCHLAND/Linke-wollen-roten-Ring-ums-Kanzleramt-legen-artikel8893773.php

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