Archive für Beiträge mit Schlagwort: Kunst

Wermke Leinkauf – Grenzgänger, Berlin, 2006
Super-8-Film, transferiert auf SD-Video, 3:30 min, Loop

Matthias Wermke geht am frühen Morgen unweit vom Reichstag nackt am Ostufer der Spree entlang, steigt in den Fluss, schwimmt zum Westufer und steigt dort aus der Spree. An dieser Stelle verlief bis 1989 die innerdeutsche Grenze.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dritte_Generation_Ostdeutschland

Die einen interpretieren uns als Selbsthilfegruppe. Die anderen als Regionalentwicklungsagentur. Die Dritten als Institut zur angewandten Aufarbeitung. Die Vierten sehen uns als Lobbyisten Ost. Es ist von allem etwas.

Johannes Staemmler, Mitbegründer der Initiative

Interview:
http://www.zeit.de/2012/32/jugend-ost-west/komplettansicht

Entwicklung der Initiative und Stand heute:
http://www.zeit.de/2014/21/dritte-generation-ostdeutschland/komplettansicht

(…) Auf einer Kegelbahn, samt echt wirkendem Restaurantambiente und Festsaal, sind unzählige Papierschnipsel verteilt, die aus zerstörten Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik stammen. Während sich am Rande der Kegelbahn noch säckeweise zerrissenes Aktenmaterial befindet, hängen an einer Wand bereits wieder zusammengefügte Papiere, die – so scheint es – an Tischen in der Mitte des Raumes sortiert werden. Büchel re-inszeniert hier die Ereignisse von 1989/90, als DDR-Bürgerrechtler tausende Säcke mit Stasi-Aktenschnipseln vor der endgültigen Vernichtung retten konnten und versuchten, die von Stasi-Offizieren teils per Hand zerrissenen Papiere wieder zusammenzusetzen. Mangels geeigneteren Platzes fand die aufwendige Aktion in der ehemaligen Kegelbahn der Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig statt. Büchel rückt damit die jüngste deutsche Geschichte und deren Aufarbeitung in den Fokus.

Ein dritter Teilbereich der Ausstellung zeichnet das Bild eines verlassenen Museums: die Ausstellungsräume leer, dem Augenschein nach geplündert, und das Restinventar gewaltsam zerstört. Einzig die dazugehörige, komplett eingerichtete Wohnung für einen Hausmeister und dessen Pausenraum im fiktiven Museum sind unversehrt. Die einzelnen Räume der Wohnung sind durch Wände getrennt, deren teils sichtbarer Beton an das Symbol der deutschen Teilung, die 1961 errichtete Berliner Mauer, erinnert. Auch hier ist es deutsche Geschichte, die anklingt. Das Spannungsfeld, das sich nun öffnet, ergibt sich einerseits aus dem Aspekt des Privaten, angedeutet durch die Wohnung als bürgerlichen Rückzugsraum, im Gegensatz zum öffentlichen Raum, ortsspezifisch repräsentiert durch das Museum. Die im zweiten Teil der Ausstellung thematisierte Stasi als das Private zersetzende Kraft spielt hier ebenfalls eine Rolle. (…)

Quelle: http://archiv2.fridericianum-kassel.de/buechel.html?&L=0

Fotoserie zur Ausstellung: www.hauserwirth.com/artists/3/christoph-buchel/images-clips/6/

Christoph Büchel – Deutsche Grammatik, 2008, Kunsthalle Fridericianum, Kassel

Bildschirmfoto 2017-06-29 um 11.18.34

… ist der erste Türsteher mit Prominentenstatus. Als Fotograf dokumentierte er die Subkultur in der DDR

http://www.zeit.de/2009/33/Portraet-Marquard